„Es war einmal …“ – Warum Märchen so wichtig für Kinder sind

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Verzauberte Prinzen, freundliche Zwerge und sprechende Tiere: Kinder lieben Märchen! Dabei bieten die Geschichten nicht nur Unterhaltung, sondern vermitteln den kleinen Zuhörerinnen und Zuhörern auch wichtige Botschaften. Es lohnt sich also in jeder Hinsicht, gemeinsam mit dem Enkelkind in die magische Welt der Märchen einzutauchen.

Kinder haben eine blühende Fantasie. Und ab einem gewissen Alter entwickelt jedes Kind die sogenannten „magischen Gedanken“. Dazu gehören nicht nur Vorstellungen wie die, dass wirklich ein Monster unterm Bett lauert, sondern auch der Glaube, dass die Kinder selbst für zauberhafte Zusammenhänge verantwortlich sind: „Heute scheint die Sonne, weil ich so brav war!“ oder „Es regnet, weil ich traurig bin!“

Magische Märchenwelt

Kein Wunder also, dass Kinder sich so schnell in der magischen Welt der Märchen wohlfühlen: Alles, was nicht rational erklärt werden kann, hat eben mit Magie zu tun! Für Kinder ist das eine logische Schlussfolgerung. Und all das Zauberhafte, das in diesen Geschichten geschieht, entspricht nun einmal genau der kindlichen Fantasie.

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Es waren einmal eine Oma und ein Enkelkind und beide liebten Märchen …

Klare Struktur von Gut und Böse

Darüber hinaus bieten Märchen den Kindern eine einfache Einteilung in „Gut“ und „Böse“. Figuren, die ein „doppeltes Spiel“ spielen, gibt es in den Erzählstrukturen der klassischen Märchen nicht: Die böse Schwiegermutter ist von Anfang an böse, genau wie die Hexe oder die gemeine Stiefschwester.

Die Figuren bieten eine wichtige Orientierung für Kinder, die noch lernen, in „Gut“ und „Böse“ zu unterscheiden. Und: Sie können sich mit den „guten“ Figuren identifizieren.

„Das ist ja gar nicht echt, Oma!“

Märchen helfen kleinen Kindern aber auch dabei, den Unterschied zwischen Realität und Fantasie zu lernen: ein sprechender Frosch, der zum Prinzen wird, wenn man ihn gegen die Wand wirft? Oder sieben kleine Zwerge, die mitten im Wald in einer Hütte wohnen?

„Das gibt es nicht in echt, Oma!“, wird früher oder später das Enkelkind erkennen. Und damit einen ersten wichtigen Schritt gehen, um Unheimliches zu abstrahieren – und irgendwann auch die Angst vorm Monster unterm Bett im Kinderzimmer zu verlieren.


Übrigens: Wie Sie selbst zur Märchenerzählerin werden und ein eigenes Hörspiel für Ihr Enkelkind aufnehmen können, erfahren Sie in unserem Artikel über die Kreativ-Tonies.


Und falls die Zeit zum Selbstvorlesen einmal fehlt, übergeben Sie das Märchen-Zepter doch einfach an Frauke Poolman: Mehr über die „Vorlese-Oma“, deren Videos man auf YouTube anschauen kann, erfahren Sie in unserem Beitrag.


Fotos: fizkes/shutterstock.com
freeograph/shutterstock.com

 

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