Getestet: Der Kinderwagen, den man in keinem Babymarkt kaufen kann

Den Kinderwagen von Bonavi kann man nur online bestellen. Wir haben es ausprobiert!

„So etwas gab es früher nicht.“ Diesen Satz höre ich immer wieder von meinen Eltern in jeder denkbaren Betonung. Er kann anerkennend gemeint sein („Babyphone mit Video-Übertragung? So etwas Tolles gab es früher nicht!“). Oder erstaunt bis erschüttert („Mit 12 Monaten schon in die KiTa? SO etwas gab es früher NICHT!“).

Ein Kinderwagen per Online-Bestellung

Der Kinderwagen kommt als Paketlieferung

Das, was der Hersteller Bonavi anbietet, gab es früher definitiv nicht: Dieser Kinderwagen steht in keinem Babymarkt. Man kann ihn nur im Internet bestellen! Er wird in Einzelteilen angeliefert und zuhause selbst zusammengebaut. Dafür ist das Komplettset im Vergleich zu anderen Modellen erstaunlich günstig. Doch ich gebe zu: Zu Beginn dieses Tests bin ich selbst nicht sicher, welche Betonung auf dem Satz „So etwas gab es früher nicht“ nun die Richtige ist. Ist dieser Vertriebsweg die Preisersparnis wert? Ist es vielleicht sogar praktischer, sich einen Kinderwagen nach Hause liefern zu lassen? Gemeinsam mit meinen Eltern, dreifache Großeltern, finde ich es heraus: Wir testen den Bonavi inklusive Anlieferung und Zusammenbau.

Pluspunkt: Kurze Lieferzeit

Der Bonavi wird in Einzelteilen angeliefert

Einen ersten Vorteil hat das Bestell-System schon einmal: Die Lieferzeit beträgt nur 3-5 Tage. (Für den Kinderwagen meines Sohnes stand ich auf einer 16-wöchigen (!) Warteliste.) Das riesige Paket wird uns in den 3. Stock hochgetragen. Kurz graut mir davor, den fertig zusammengebauten Kinderwagen wieder runterschaffen zu müssen. Auf der anderen Seite: Auch das gehört zum Härtetest dazu. Schließlich werde ich in den Hamburger U- und S-Bahn-Stationen immer wieder vor der Herausforderung stehen, Treppen zu bewältigen.

Im Lieferumfang enthalten sind Babywanne und Sportsitz. Da meine Tochter bereits 16 Monate alt ist, testen wir letzteren. Der Zusammenbau des Wagens ist erstaunlich einfach: In unter 15 Minuten habe ich den Bonavi ohne weitere Hilfe zusammengesetzt. (Stimmt nicht ganz: Mein vierjähriger Sohn durfte die Räder festdrücken.) Den Weg die Treppe runter schaffe ich problemlos: Der Wagen lässt sich gut greifen und ist mit seinen 11 Kilogramm nicht zu schwer, um ihn allein längere Strecken anzuheben.

Der Bonavi im Großeltern-Test

Opa Heiner testet den Bonavi im Großstadt-Alltag

Nun übergebe ich den Wagen samt beiden Enkelkindern an meine Eltern: Spielplatz, Eis essen, Einkaufen, das volle Oma-Opa-Programm eben. Kleine Besonderheit: Die Gebrauchsanweisung behalte ich absichtlich hier. Von meinen Eltern möchte ich später wissen, wie selbsterklärend der Kinderwagen aus ihrer Sicht ist. Für komplizierte Konstruktionen und lange Übergabe-Gespräche ist im echten Alltag mit (Enkel-)Kindern schließlich keine Zeit.

Ihr Fazit: Der Bonavi ist sehr leichtgängig und auch für meinen Vater mit seinen 1,90 Meter Körpergröße bequem zu schieben. Rückenlehne, Bremse, Sonnenverdeck: Alles lässt sich selbsterklärend und einfach bedienen. Nur die Schlafposition verwundert meine Eltern: flach liegen können Kinder im Sportsitz nicht. Klappt man die Rückenlehne zurück, klappt sich die Sitzfläche mit nach oben. Die Beine bleiben dabei angewinkelt. Das mag ergonomisch optimiert sein (und ist mittlerweile bei vielen Modellen Standard). Wenn man eine flache Liegeposition gewohnt ist, wirkt es aber erst einmal ungewohnt.

Der Bonavi im Eltern-Test

Schwer beladen noch kinderleicht zu schieben: Der große Bruder testet mit

Ich selbst studiere fleißig die Gebrauchsanweisung und teste den Wagen noch eine Woche im ganz normalen Familienalltag: Bus- und Bahnfahren, Aufzüge (auch im Altbau), Einkäufe und gleichzeitig den Roller des großen Bruders transportieren dem Testwagen bleibt nichts erspart. Er ist etwas massiver als der Wagen, den ich zurzeit gewohnt bin. Dafür macht er alle Belastbarkeitstest erstaunlich gut mit und lässt sich auch voll beladen noch mit einer Hand schieben.

Lediglich der Kaffeebecher-Halter, über den ich mich zu Beginn so gefreut hatte, ist überflüssig: Man bleibt ständig mit ihm hängen oder er purzelt von selbst einfach herunter. Aber wenn man ehrlich ist: Heißgetränke haben an einem Kinderwagen ohnehin nichts verloren.

Fazit: toller Wagen zum top Preis

Der Komplettpreis für das Bonavi-Seit liegt bei 700 Euro. Bei diesem Preis können nur wenige Hersteller mithalten. Die Testfahrt im Babymarkt entfällt. Dafür bietet der Hersteller ein 30-tägiges Rückgaberecht an. Sprich: Die Eltern können den Wagen einen ganzen Monat lang zuhause ausprobieren! Ist es doch nicht das richtige Modell? Dann schicken Sie ihn einfach zurück. Das macht den Bonavi zu einer tollen und risikofreien Geschenkidee für werdende Eltern. Der Auf- und eventuelle Abbau sollte kein Hindernis darstellen: Wenn Sie schon einmal die Beine an einen IKEA-Tisch geschraubt haben, dann schaffen Sie auch das problemlos.

Luise Kaller, Deutschlands dienstälteste Hebamme, hat den Bonavi-Kinderwagen mitentwickelt. Das Ergebnis: wenig Schnickschnack, klarer Fokus auf Funktionalität und Qualität. Beides hat in unserer Familie sowohl die Eltern- als auch die Großeltern-Generation überzeugt. Und nicht zuletzt: Einen Pluspunkt gibt es für die Optik. Denn der Bonavi ist einfach richtig schick.


Getestet von: Heiner (68) und Corinna (60) mit Enkelin Mina (16 Monate) und Mama Silke (34)
Erhältlich hier: www.bonavi.de
Kostet etwa: 7oo Euro (inklusive Babywanne und Buggy-Sitz)

Enger Altbau, kleiner Fahrstuhl. Passt trotzdem!

Wieso hat der Wagen auf den Fotos in diesem Artikel unterschiedliche Farben?
Der Bonavi kam nicht nur bei uns gut an: Nach 2 Tagen wurde das graue Modell, das Sie auf den ersten Fotos sehen, aus unserem Treppenhaus geklaut. Seit 4 Jahren stehen hier diverse Kinderwagen-Modelle (auch regelmäßig nagelneue Testwagen). So etwas ist uns zuvor noch nie passiert! Freundlicherweise durften wir uns für diesen Test von Bonavi noch einmal das blaue Modell ausleihen.

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