Kinoabend und Geschichtsstunde in einem: „Der Pfad“ mit Julius Weckauf

Ein Kinoabend mit dem Enkelkind ist immer etwas besonderes. Noch schöner als das gemeinsame Schauen ist es allerdings, hinterher zusammen über das zu reden, was man da gerade gesehen hat. Kindern brennen nach einem Film wie „Der Pfad“ viele Fragen unter den Nägeln: Was, von dem, was sie da gerade gesehen haben, ist wirklich wahr? Hat es diese Dinge wirklich gegeben? Und kann so etwas wieder passieren? Wer könnte solche Fragen besser beantworten als Oma oder Opa? Der neue Film mit „Der Junge muss an die frische Luft“-Darsteller Julius Weckauf bietet viel spannenden Gesprächsstoff – für alle Generationen.


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Rolf (Julias Weckauf) und sein Vater Ludwig (Volker Bruch) planen eine waghalsige Flucht aus dem von Nazis kontrollierten Europa

Rolf ist 12 Jahre alt und ein fantasievoller Junge. Er liebt Erich Kästners Roman „Der 35. Mai“ und seinen Terrier Adi, der nie von seiner Seite weicht. Am liebsten aber verliert er sich in seinen Gedanken: Kein Abenteuer ist zu groß, als dass Rolf es in seiner Fantasie nicht mühelos bestehen könnte. Mit seinen Tagträumereien lenkt sich der aufgeweckte Junge von der bitteren Realität ab: Wir schreiben das Jahr 1940, es herrscht Krieg, und Rolfs Vater Ludwig hat sich zusammen mit seinem Sohn durchgeschlagen bis nach Marseille. In Paris konnten die beiden nicht länger bleiben: Als überaus kritischer Journalist ist Ludwig den Machthabern ein Dorn im Auge; er steht auf der schwarzen Liste und darf auf keinen Fall den Nazis in die Hände fallen.

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Núria (Nonna Cardoner) kennt den Pfad in- und auswendig. Sie soll Rolf und seinen Vater bei der Flucht helfen

Ein Pfad über die Pyrenäen nach Spanien kann Rolf und seinen Vater Ludwig in die Freiheit führen – und schließlich nach New York, wo Rolfs Mutter bereits darauf wartet, sie wieder in ihre Arme schließen zu können. Über den Pfad führen soll sie Núria. Sie ist die Tochter von Partisanenkämpfern, die, wie es heißt, im Bürgerkrieg gefallen sind. Das zwölfjährige Mädchen kennt den Weg wie ihre Westentasche, sie hat schon einigen Flüchtigen die Freiheit ermöglicht.

Als Rolf bei einem Zwischenfall von seinem Vater getrennt wird, sind die beiden Kinder auf sich allein gestellt. Doch aus Angst und Panik entwickeln sich bald Mut und Zuversicht. Núria und Rolf lernen schnell, dass man in dieser Situation nur dann überlebt, wenn man zusammenhält und sich aufeinander verlassen kann.

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Der Regisseur und Deutsche-Filmpreis-Gewinner Tobias Wiemann erzählt in „Der Pfad“ eine Geschichte über Krieg und Flucht aus einer komplett kindlichen Perspektive. Dadurch ist ihm ein Film gelungen, der für Erwachsene und Kinder gleichermaßen emotional und abenteuerlich ist. Der das „Böse“ des Krieges, die allgegenwärtige Bedrohung durch die Nazis, kindgerecht darstellt, ohne etwas zu verharmlosen. Der jungen Zuschauerinnen und Zuschauern viele Fragen beantwortet, und sie gleichzeitig ermutigt und ihr Interesse weckt, noch viele weitere Fragen zu stellen.

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Wenn Rolf seine Augen schließt, hat er seine Mutter (Anna Maria Mühe) vor Augen. Sie wartet in Amerika auf ihren Mann und ihren Sohn

Wenn Sie „Der Pfad“ gemeinsam mit ihrem Enkelkind schauen, empfehlen wir daher, zusätzlich zu den 99 Minuten, die der Film dauert, Zeit für eine kleine Geschichtsstunde über den zweiten Weltkrieg einzuplanen. Denn Rolf und Núria erleben in dieser Romanverfilmung, die auf wahren Begebenheiten beruht, Dinge, über die Kinder mehr erfahren werden wollen. Und auch wenn das Jahr 1940 lange vorbei ist: Die Themen Flucht und Freiheit und Solidarität könnten gar nicht aktueller sein. Und wenn Kinder alt genug sind, dass ihnen Fragen zu wichtigen Dingen wie diesen einfallen, dann sind sie auch alt genug für eine Antwort.

Wir wünschen viel Freude im Kino, und gute Gespräche mit ihrem Enkelkind.


pfad-plakat„Der Pfad“ läuft seit dem 17. Februar 2022 im Kino. Mit einer Laufzeit von 99 Minuten und vor dem Hintergrund des zweiten Weltkriegs ist die Geschichte rund um Rolf Kirsch ein gelungener Abenteuerfilm für den Kinobesuch mit Enkelkindern ab ca. 10 Jahren (FSK-Einstufung: 6).

„Der Pfad“ ist eine Produktion von Eyrie Entertainment und Warner Bros. Film Productions Germany, in Co-Produktion mit Lemming Film Germany. Produktionsförderung erhielt der Film durch die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien, das Kuratorium Junger Deutscher Film, die Film- und Medienstiftung NRW, das Medienboard Berlin-Brandenburg und den DFFF.

Bilder: © Warner Bros. Entertainment Inc. Alle Rechte vorbehalten.

 

Geschrieben von
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