Omas gegen Rechts – „Nicht zu alt um sich einzumischen“

Omas erheben ihre Stimme

Es ist der 1. Mai und eine sehr lange Demo läuft direkt vor unserem Fenster vorbei. An diesem Datum keine totale Überraschung. Ich gebe zu, ich habe mich nicht wirklich informiert. Deshalb weiß ich nicht genau, wofür oder wogegen da eigentlich demonstriert wird. Aber unter all den vielen Fahnen und Schildern fällt mir eins ganz besonders ins Auge: Omas gegen Rechts. 

„Omas gegen Rechts“ ist eine sogenannte zivilgesellschaftliche, überparteiliche Initiative, welche sich im November 2017 auf Facebook gründete. Gründerin Monika Salzer wollte dazu aufrufen, die Stimme gegen gefährliche Probleme und Fragestellungen der heutigen Zeit zu erheben egal in welchem Alter. Auf der Website www.omasgegenrechts.at kann man lesen: „Die ältere Frau als öffentliche politische Kraft ist nicht in unserem kollektiven Bewusstsein gespeichert. Deshalb müssen Frauen öffentlich aufstehen, nicht als Einzelperson und Ausnahme, nicht als Star sondern als Gruppe die auffällt.“ Am Ende des Artikels steht in Großbuchstaben:

ALT SEIN HEISST NICHT STUMM SEIN

Ziele der Gruppe, die seit 2017 gemeinsam auf die Straße geht, sind klar formuliert. Auf der Liste stehen der Erhalt der parlamentarischen Demokratie. Außerdem gleiche Rechte für Frauen, Männer und Kinder und die Achtung vor Anderen ungeachtet deren Religions- oder ethnischen Zugehörigkeit. Außerdem die Erhaltung sozialer Standards, für welche die Omas und deren Vorfahren teils hart gekämpft haben. Das Auftreten soll ein Zeichen setzen für alle kommenden Generationen. Seit der Gründung haben sich viele Regionalgruppen entwickelt, welche in Österreich und Deutschland für diese Ziele kämpfen. Unterstützung bekommen sie auch aus den Medien. Dort wird nach wie vor viel und gerne über die demonstrierenden Omas berichtet.

Sogar bis in die „New York Times“ haben sie es geschafft.

Und um die Idee noch weiter voranzutreiben, gibt es sogar eine englischsprachige Facebook-Seite auf welcher alle „Grannies“ dieser Welt angesprochen sind, auch einen Teil der Bewegung zu werden. Willkommen sind bei den „Omas gegen Rechts“ aber beileibe nicht nur echte Omas mit Enkeln sondern jeder, der sich gerne für die gleichen Ziele einsetzen und etwas bewegen möchte.

Erkennen kann man die Gruppe an ihren Buttons und Schildern, die auch mich aufmerksam gemacht haben. Oder an den selbstgestrickten pink-roten Mützen von ihnen selbst als „Oma-Hauben“ bezeichnet. Diese sind gegen eine Spende in der Kunsthalle Wien zu erwerben. Sogar ein eigenes Oma-Lied gibt es. Der Refrain prägt sich ein: „Omas, Omas, uns braucht das ganze Land. Wir kämpfen für die Kinder und machen Widerstand.“

Auch wenn sich nicht jeder in den Zielen wiederfindet oder nicht jeder für seine Rechte oder die der anderen auf die Straße gehen möchte, so ist es doch mindestens sehr bewundernswert und ein toller Grundgedanke: „Man ist nie zu alt um eine Stimme zu haben und die Welt zu bewegen“. Und wenn Sie auch ein Teil der Initiative werden wollen, dann finden Sie weitere Infos auf der Seite www.omasgegenrechts.at oder der Unterstützer-Seite www.omasgegenrechts.de.

Geschrieben von
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