Wenn Oma krank ist und die Enkel nicht sehen kann

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Foto: fizkes/shutterstock.com

Dreifach-Oma Corinna ist krank, und das seit Wochen. Wie sehr es schmerzt, nicht mit den Enkelkindern toben zu können und wie wichtig es dennoch ist, geduldig mit sich selbst zu bleiben, hat sie für Enkelkind.de aufgeschrieben.


Ich bin bei Facebook und lese gerade bei Enkelkind.de ein Spruchbild mit dem Text „Jeder Tag mit meinem Enkelkind ist ein guter Tag.“ Mit einem Daumen hoch denke ich: Oh ja, so ist es. So schön und doch im Moment auch so traurig.

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Dieser Spruch auf unserer Facebook-Seite brachte Dreifach-Oma Corinna ins Grübeln

Ich bin seit Wochen krank und musste außer meinen beruflichen Verpflichtungen auch die schönen Besuche von und bei den Enkelkindern absagen. Aus einer leichten Erkältung ist eine Lungenentzündung mit spastischer Bronchitis und Blutdruckentgleisung geworden. Schonung ist angesagt.


Weil die Umarmung und ein Anlachen mehr wirken als Medizin, fällt der Abstand besonders schwer.


Wir Omas neigen aber dazu, uns dann doch zu übernehmen. Insbesondere dann, wenn es um das Wohl der Enkelkinder geht! Weil die Umarmung und ein Anlachen auch viel mehr wirken als jede Medizin, fällt der Abstand besonders schwer. Anscheinend hat Corona auch was Gutes gehabt und uns in dieser Hinsicht Tipps für den Umgang aus der Ferne gelehrt.

Alle drei Enkelkinder unterstützen mich durch fröhliche Anrufe, entzückende Briefe und Bilder und sogar die erste selbstgeschrieben E-Mail so liebevoll, dass ich mich ihnen nah fühle. Sie vermissen mich ja auch, das spüre ich. Ich möchte allen so gerne gerecht werden, wieder mit ihnen spielen und mich dabei fit und sicher fühlen.

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Wenn Oma krank ist, braucht sie eine Pause. Leider auch von den Enkelkindern …

Jede Oma kennt vermutlich, mal mehr oder weniger ausgeprägt, das Gehirnkarussell: „Was denken die anderen?“ Wir wissen theoretisch, wie wichtig es ist, auf uns selbst zu hören und auf uns zu achten.


Es gibt körperliche Grenzen.


Die Nähe der Enkelkinder tut sicher in vielerlei Hinsicht unendlich gut und doch gibt es körperliche Grenzen. Es fällt mir nicht leicht zu akzeptieren, dass das Alter seinen Tribut zollt. Wie sagte meine Ärztin so charmant: „Ich möchte Ihnen nicht zu nahetreten, aber in Ihrem Alter sind alle Gefäße nicht mehr so dehnbar und flexibel. Ich weiß, dass Ihre Kernkompetenz nicht unbedingt Geduld ist, die brauchen Sie jetzt allerdings.“ Es hat schon seine Richtigkeit, dass wir unsere Kinder vor über 40 Jahren geboren haben. Mit Humor geht es alles besser.

Vor ein paar Tagen hieß es auf der Facebook-Seite von Enkelkind.de: “Ich sehe mein Enkelkind vielleicht nicht jeden Tag. Aber ich trage es immer in meinem Herzen!“ Genau so ist es. Vorfreude ist eine der schönsten Freuden und ich schreibe gleich meinen Enkelkindern zurück und male mal ihnen ein Bild. Dafür habe ich jetzt Zeit und es tut allen uneingeschränkt gut.


Sie möchten Ihre Gedanken rund um das Großeltern-Leben auch auf Enkelkind.de veröffentlichen? Wir freuen uns über Ihre Texte an geschichten@enkelkind.de!


Fotos: fizkes/shutterstock.com

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