Babywippe, Babytrage, Kunststofflätzchen – es gibt Produkte, die das Leben junger Eltern massiv erleichtern. Seit mittlerweile 65 Jahren steht der schwedische Familienbetrieb BabyBjörn für genau diese Ideen. Gegründet wurde das Unternehmen 1961 von Björn Jakobson und seiner Schwägerin Elsa zunächst mit nur einem einzigen Produkt, der heute ikonischen Wippe. Ein Jahr später lernte Björn seine spätere Frau Lillemor kennen, die Mutter ihrer vier gemeinsamen Kinder und über viele Jahrzehnte hinweg auch kreative Mitgestalterin des Unternehmens wurde.
Heute, mit 90 Jahren, blickt Lillemor Jakobson nicht nur auf eine außergewöhnliche Unternehmergeschichte zurück, sondern auch auf ein reiches Familienleben als Mutter, Großmutter von zehn Enkeln und Urgroßmutter von zwei Urenkeln. Im Gespräch mit Enkelkind.de erzählt sie von Nähe über Generationen hinweg, von den kleinen Momenten, die wirklich zählen, und davon, warum Geduld, Mitgefühl und gemeinsame Zeit die wichtigsten Geschenke im Leben sind.
„Enkelkinder sind wirklich die Krönung des Lebens.“
Liebe Lillemor Jakobson, 1961 wurde BabyBjörn gegründet, seit 1962 sind Sie dabei – wie sind Sie auf die Ideen der immer neuen Produkte gekommen?
Wir hatten vier Kinder, und sie alle inspirierten uns zu neuen Produkten. Zum Beispiel das Lätzchen aus Kunststoff, als unsere Tochter Lisa anfing, selbstständig Blaubeermarmelade zu essen.

Die Babytrage war zunächst nicht meine Idee, aber sie leuchtete mir vollkommen ein, da die Nähe, die kleine Babys brauchen, für mich und Björn sonnenklar war. Ich konnte zur Entwicklung und zu Verbesserungen beitragen und dann unser viertes Baby darin tragen.
„Nähe bedeutet, dass Vertrauen herrscht.“
Was bedeutet „Nähe“ für Sie persönlich – insbesondere, wenn Sie Zeit mit Ihrer Familie über Generationen hinweg verbringen?
Wenn sie klein sind, dreht sich alles um Nähe und viele Umarmungen; wenn sie älter sind, ist es wichtig, einfach da zu sein. Nähe bedeutet, dass Vertrauen herrscht und man über alles reden kann, sowohl über die einfachen Dinge als auch über die schwierigeren Themen.
Wie hat sich Ihre Rolle als Großmutter im Laufe der Jahre verändert – und was haben Sie vielleicht von Ihren Enkelkindern gelernt?

Wenn Sie an Ihre Urenkel denken: Welche Hoffnung oder welchen Wunsch haben Sie für die Welt, in der sie aufwachsen werden?
Frieden! Eine deutlich friedlichere Welt als die, die wir heute erleben.
„Es ist ein großes Privileg, Enkelkinder durch die verschiedenen Lebensphasen begleiten zu dürfen.“
Gab es einen Moment mit Ihren Enkelkindern, der Ihnen besonders deutlich gemacht hat, was im Leben wirklich zählt?
Eher ein allgemeines Gefühl, dass das Alter eigentlich keine Rolle spielt. Das Schöne daran ist, zu sehen, wie sie sich entwickeln – entzückende kleine Engelchen, die krabbeln, klettern und mit voller Energie und Freude alles tun, um laufen zu lernen; das ist wunderbar.

Aber jedes Alter hat seinen Reiz, und wir hatten das Glück, in ihrer Nähe zu wohnen und einen tollen Kontakt zu ihnen zu haben.
Die Idee, eine Cousinen-Woche in unserem Sommerhaus zu organisieren, kam schon früh. Es war eine Aktivitätswoche in unserem Haus im Archipel, die jeden Sommer stattfand. Einige der Themen waren Angeln, Windsurfen, Nähen, Kochen und Kunst. Daraus wurde eine tolle Tradition, und sie kommen jedes Jahr wieder in unser geliebtes Sommerhaus zurück, suchen sich selbst Themen aus, die sie interessieren, und haben jede Menge Spaß. Wir sind auch viel zusammen segeln gegangen.
Welchen Rat würden Sie frischgebackenen Großeltern geben, die ihr allererstes Enkelkind erwarten oder gerade in den Armen halten?
Verbringen Sie viel Zeit miteinander und seien Sie so nah wie möglich beieinander, solange die Kleinen noch klein sind. Das ist eine hervorragende Grundlage für eine lebenslange Beziehung.
Es ist wunderschön, ihre ersten Schritte und ihre rasante Entwicklung mitzuerleben, aber schon ein Neugeborenes schenkt einem Wärme und ein unglaubliches Glücksgefühl, und es ist ein großes Privileg, sie durch die verschiedenen Lebensphasen begleiten zu dürfen.
Das Interview führte Silke Schröckert.
Fotos: BabyBjörn
