„Mein Enkel ist Linkshänder – so wie ich!“

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Heiners Enkelsohn Tom ist Linkshänder. Wenn Tom dieses Jahr in die Schule kommt, sind die Lehrer und Lehrerinnen vorbereitet: Es gibt Linkshänder-Scheren, Linkshänder-Anspitzer und sogar eine Sitzordnung, bei der sich Links- und Rechtshänder nicht in die Quere kommen. 1956 sah das noch ganz anders aus. Heiner erinnert sich an seine eigene Schulzeit. Und daran, dass er immer mit rechts schreiben sollte – obwohl ihm so vieles mit links viel leichter fiel.


Eine Chance mit links zu schreiben gab es nicht.


„Erst war die Enttäuschung groß, aber 3 Tage nach Weihnachten kam er: der Fußball! Der Weihnachtsmann kann wohl nicht alles am 24. Dezember schaffen. Auch dass der Ball im Wintermonat kam, war geplant und gar nicht anders möglich. Denn zu anderen Anlässen als zu Weihnachten gab es keine Geschenke in dieser Größenordnung. Wir Jungs waren sowieso bei jedem Wetter draußen und spielten Fußball. 1956 war das und ich war gerade sieben Jahre alt geworden. Die alte „Pille“, mit der wir vorher kickten, und die auch größtenteils von den größeren Jungs blockiert war, konnte weg.

Jetzt war ich gefragt und durfte bei den Größeren mitspielen. Grund: Ich hatte den Ball.


Ich war ein Linksfuß. Aber wieso? Alle anderen schossen mit dem rechten Fuß.


Aber wohin mit dem kleinen Steppke auf dem Spielfeld? Zwei Möglichkeiten gab es: Ins Tor oder raus auf links. Denn ich war ein „Linksfuß“. Schon immer. Das rechte Bein hatte ich nur, damit ich nicht umfalle. Geschossen, gedribbelt, geflankt – alles mit dem linken Fuß! Aber wieso? Alle anderen schossen doch mit dem rechten Fuß den Ball.

Auch bei den Übungen zum Sportabzeichen nahm ich den Schlagball zum Wurf in die linke Hand. Seltsam, aber okay.


Ich habe nicht darüber nachgedacht, dass in mir ein Linkshänder steckt.


Eine Chance, auch mit links zu schreiben, gab es nicht. Der Griffel gehörte in die rechte Hand. Da habe ich zu der Zeit auch nicht drüber nachgedacht, dass in mir vielleicht ein verkappter Linkshänder steckt. Das war gar kein Thema.

Also habe ich so weitergemacht: Fußball-, Handball- und Volleyballspielen, Ballwerfen und Kugelstoßen mit links. Schreiben, Tennis-, Tischtennis- und Squashspielen, Nagel in die Wand hauen und die Haare kämmen mit rechts. Also alles, wofür man ein Hilfsmittel wie einen Stift, einen Schläger oder einen Hammer benötigt. Vermutlich, weil mir deren Gebrauch eben genauso beigebracht wurde: mit rechts. Und nach dem Ball für egal welche Sportart habe ich intuitiv immer mit der linken Hand gegriffen oder mit dem linken Fuß gekickt.

Ich habe mich nie auf dieses Phänomen hin untersuchen lassen, da es mir immer gut damit ging.


Wie ist es bei Ihnen? Haben Sie ähnliche Erfahrungen gemacht in Ihrer eigenen Kindheit? Oder haben Sie ein Enkelkind, das Linkshänder ist? Schreiben Sie es uns unten in die Kommentare, wir freuen uns auf den Austausch mit Ihnen!


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Foto: shutterstock.com/Elena Stepanova

Ist mein Enkelkind Linkshänder?

Studien zeigen, dass es vielen Kindern auch heute noch so geht wie Heiner: Sie werden zu Rechtshändern erzogen, obwohl sie eigentlich Linkshänder sind. Das erschwert den Kindern nicht nur das Schreiben, sondern sämtliche Lernprozesse.

Experten empfehlen daher, Kindern immer beide Optionen anzubieten: die rechte und die linke Hand. Am besten lassen Sie Ihr Enkelkind dafür selbst entscheiden: Legen Sie zum Beispiel Stifte oder das Besteck in die Mitte, nicht automatisch an den rechten Rand des Blattes oder des Tellers. So kann das Kind frei entscheiden, mit welcher Hand es danach greift.

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