Langeweile ade – Tipps für Tage zuhause

An Regentagen muss man machmal erfinderisch werden

Regnerische Tage, Krankheit oder auch Schul- und Kita-Schließungen so wie in Zeiten von Corona es gibt einige Gründe, warum Kinder an Haus oder Wohnung gebunden sind. Zuhause ist es doch am schönsten, sagt man. Und das stimmt ja auch. Und auch bei Oma und Opa fühlt man sich wohl und es gibt viel zu entdecken. Aber nach einiger Zeit tritt meist die große Langeweile ein und es ertönt das „Oooomaaaa, mir ist langweilig. Was können wir maaaachen?“.

Während Kinder durchaus mal Langeweile aushalten und lernen sollten mit ihr umzugehen, kann man gegen sie trotzdem gemeinsam einiges tun. Wir haben ein paar schöne Ideen zusammengestellt, wie aus einem langweiligen Tag zuhause ein aufregendes Abenteuer werden kann.

Geschichten, die die Phantasie anregen

Wie wäre es damit, sich neben dem Vorlesen von vielen schönen Büchern auch mal eine eigene Geschichte auszudenken? Überlegen Sie gemeinsam mit Ihrem Enkelkind doch Charaktere und Handlung ganz nach den Wünschen der Kinder. Oder bitten Sie die älteren Kinder einmal ganz alleine Geschichten zu erfinden und vielleicht sogar in einem kleinen Buch niederzuschreiben. Am besten wird das Buch noch bebildert und Szenen gemeinsam gezeichnet. Das regt die Phantasie an und ganz nebenbei wird noch das Lesen und Schreiben gefördert. Comics lassen sich übrigens auch ganz wunderbar gemeinsam ausdenken und malen. Und so kann eine kleine Geschichte auch von Tag zu Tag wachsen.

Hörspiele hören aber auch aufnehmen

Hörspiele hören ist ein wunderbarer Zeitvertreib. Mein Sohn hört teilweise stundenlang Geschichten von Benjamin Blümchen und Co. und kann sich dabei ganz toll in eine Phantasiewelt entführen lassen. Aber ich erinnere mich auch noch gerne an meine eigene Kindheit. Es war meine liebste Beschäftigung meine selbst ausgedachten Geschichten auf dem Kassettenrekorder aufzunehmen und Hörspiele selbst zu produzieren. Nehmen Sie doch eine ausgedachte Geschichte gemeinsam mit ihrem Enkelkind auf dem Handy auf und verteilen Sie Rollen für Erzählstimme und Protagonisten. Die Aufnahmen machen mindestens genauso viel Spaß wie das stolze gemeinsame Anhören des Ergebnisses mit Mama und Papa.

Auch der Alltag kann spannend sein

Das Alltägliche mag für Erwachsene nicht besonders spannend sein, für Kinder sieht das aber oft ganz anders aus. Wenn die Langeweile einmal zuschlägt, integrieren Sie die Kinder in den Alltag. Gemeinsames Kochen und Backen macht nicht nur Spaß, sondern schmeckt auch gut! Und besonders kleine Kinder sind oft wahnsinnig stolz, wenn Sie beim Wäsche aufhängen die Wäsche-Teile an Oma anreichen dürfen. So fühlen sie sich einbezogen und nebenbei sind die nervigen Aufgaben schnell gemeinsam erledigt.

Malen und Basteln gehen immer

Diese Beschäftigung ist wohl eine der ersten, die einem in den Sinn kommt. Papier und Stifte hat jeder zuhause. Besonders viel Spaß macht es aber auch, gemeinsam zum Beispiel einen Roboter oder ein Schiff oder Schloss aus alten Pappkartons zu basteln. Hier sind der Phantasie keine Grenzen gesetzt und alte Kartons, die man vielleicht noch von der letzten Online-Bestellung zuhause hat, können so wunderbar umfunktioniert und mit viel Liebe verwandelt werden. So spart man sich vorerst auch den Gang zum Papiercontainer.

Oder kennen Sie das lustige Knickbild-Spiel? Hier starten Sie jeweils pro Mit-Maler auf einem Blatt Papier und zeichnen den Kopf zum Beispiel eines Roboters oder auch Tieres. Hier darf jeder malen was er oder sie möchte. Unterhalb des Kopfes falten Sie nun das Papier so um, dass der Kopf nicht mehr zu sehen ist und tauschen jeweils Ihr Papier untereinander. Als nächstes ist der Körper dran, wieder falten und tauschen, und so weiter. Sobald die Füße gezeichnet wurden, können Sie die Kunstwerke wieder auseinanderfalten und die wunderbar lustigen Kreaturen bewundern.

Es muss auch nicht immer nur das DinA 4 Blatt zum Malen sein. Denken Sie mal größer. Auf Papierrollen, alten Tapetenrollen oder auseinandergeschnittenen Pappkartons können Sie Ihre Enkelkinder bitten sich auf den Boden zu legen. Umranden Sie mit einem Stift deren Körper und bitten Sie die Kinder anschließend diesen anzumalen. Die Kinder können entweder ein schönes lebensgroßes Porträt von sich selbst anfertigen. Oder in Zeiten von Schulschließungen zeichnen Sie gemeinsam mit den Kindern alle Körperteile wie Knochen, Herz oder Speiseröhre in das Bild und lernen so nebenbei noch etwas.

Höhlen zum Verstecken und Kuscheln

Es braucht nicht immer Material, Utensilien oder Spielzeug. Besonders kleine Kinder schätzen die einfachen Dinge. So kann jede Wohnung mit Hilfe von Decken, Bettlaken und Kissen in eine große Höhle verwandelt werden in welcher man wunderbar Picknicks abhalten, Bücher bei Taschenlampen-Licht lesen oder beim Hörspiele hören kuscheln kann.

Abwechslung im Spiele-Schrank

Klar, Gesellschaftsspiele machen wahnsinnig viel Spaß. Aber was, wenn man sie alle schon mehr als hundert Mal durchgespielt hat? Da muss Abwechslung her. Denken Sie sich gemeinsam mit den Kindern einfach ein eigenes Spiel aus – mit Spielplan, -Figuren und Regeln. Ja, das ist sicher etwas kniffelig. Sie können sich aber natürlich auch an vorhandenen Spiel-Systemen orientieren. Ich bin mir sicher, dass das Basteln unheimlich Freude machen kann und auch bekannte Spiele so noch einmal ganz neu Spaß bringen können.

Geschichten von früher teilen

Besonders Großeltern haben viel zu erzählen. Sie haben schon so viel erlebt und können wahnsinnig gute und spannende Geschichten erzählen. Nutzen Sie die Zeit zuhause, um Ihren Enkeln von Ihrer eigenen Kindheit zu erzählen. Vergleichen Sie gemeinsam, was damals so anders als heute war und tauschen Sie sich aus, was Sie sich vielleicht früher aus der heutigen Zeit gewünscht hätten und was Ihre Enkelkinder an Ihrer Kindheit spannend finden.

Wohnungs-Olympiade

Die Kinder haben einen Lagerkoller und müssen sich mal wieder etwas austoben, nach draußen gehen ist aber nicht möglich? Veranstalten Sie doch eine kleine Wohnungs-Olympiade. Die Spiele können Sie dabei gemeinsam wählen und den Umständen und der Wohnsituation entsprechend anpassen. Von „wer baut den höchsten Lego-Turm“ bis hin zu selbst gebastelten Kegeln, Hindernis-Lauf oder auch Vom-Sofa-Weitspringen hier kann man sich ausdenken, was man möchte. Das anschließende Basteln von Urkunden, Medaillen oder Pokalen macht das Erlebnis dann rund.

Schatzsuche

Wenn es nicht ganz so actionreich zugehen soll wie bei einer Wohnungs-Olympiade, kann man auch eine gemeinsame Schatzsuche organisieren. Verstecken Sie kleine Belohnungen wie Gummibärchen in der Wohnung und zeichnen Sie eine entsprechende Schatzkarte für die Kinder. Die Karte sollte nicht zu kniffelig sein, aber genug Zeit für die Suche geben. Vielleicht arbeiten Sie auch mit Hinweiszetteln welche in der Wohnung verteilt werden. Die Freude über die Belohnung ist sicher groß und der Spaß an der Suche ebenso.

Raus. was nicht mehr gebraucht wird

Was machen Erwachsene besonders gerne bei Regenwetter, wenn sie nicht gerade einen schönen Film schauen? Genau: Putzen und Aufräumen. Wieso nutzen Sie dies nicht um mit dem Enkelkindern auch mal deren Zimmer auszumisten? Meist findet sich in den Zimmern noch unzähliges Spielzeug, was nicht mehr gebraucht wird. Überzeugen Sie die Kinder, dieses Spielzeug entweder für den nächsten Flohmarkt zu sammeln oder noch viel besser: zu spenden. Kinder geben sicher gerne das ein oder andere Teil her, wenn sie verstehen, dass sie sich mit dem Flohmarkt-Erlös vielleicht das ein neues Spielzeug kaufen können. Oder sie feststellen, dass mit gespendetem Spielzeug vielen Kindern eine Freude gemacht werden kann, die es nicht so gut haben.

Was für alle Ideen gilt: die gemeinsame Zeit mit den Enkeln ist unbezahlbar und macht unheimlich viel Spaß. Was für schöne Ideen für Tage in der Wohnung haben Sie? Teilen Sie doch gerne Ihre Ideen mit uns. Wir freuen uns über Ihre Einsendungen an redaktion@enkelkind.de

Geschrieben von
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