Zwei Enkel, ein ganzes Wochenende – wie anstrengend ist das?

Hurra, die Kleine schläft endlich! Aber was macht der Große gerade?

Oma und Opa sind in vielen Familien die beliebtesten Babysitter. Und wenn es richtig gut läuft, bleiben die Enkel nicht nur ein paar Stunden, sondern ganze Tage. Aber mal ehrlich: Ist das nicht irre anstrengend? In dieser Rubrik erzählen echte Großeltern von ihren ganz persönlichen Erfahrungen rund ums Thema Enkelkinder. Dieses Mal berichtet Oma Corinna von der ersten Übernachtungsparty mit zwei Enkeln auf einmal.


Mein Gott, war ich stolz, als ich der Tochter simste: 19:18 – beide schlafen!


Unterstützen sich beim Babysitten: Corinna und ihr Mann Heiner

Corinna Bäck hat drei Enkelkinder von zwei Töchtern. Der älteste, Tom, ist fast 4. Er hat schon oft bei Oma und Opa übernachtet. Kurz nach ihrem 1. Geburtstag sollte seine kleine Schwester Mina ihn das erste Mal begleiten – für ein ganzes Wochenende. Ihre Tochter übergab die Kinder mit dem Hinweis: „Durchgeschlafen hat sie noch nie.“ Was überwiegt da – Vorfreude oder Bedenken? Corinna erzählt:

„Die Vorfreude natürlich! Zum ersten Mal werden unsere Enkel gemeinsam bei uns übernachten. Was für ein Erlebnis! Die „Bedienungsanleitung“ kommt gut vorbereitet von der Tochter mit. Aber ich gebe zu: Die Aussage, dass Mina noch nicht eine einzige Nacht durchgeschlafen hat und gerne nachts auch mal zwei Stunden wach ist, schränkt die Euphorie leicht ein. Leider schleicht sich mit dem Alter die Frage ein: Schaffen wir es alle, gesund diese drei Tage und zwei Nächte zu überstehen? Die Lütten begrüßen uns auch direkt mit den typische Rotznasen. Zum Glück sind unsere Abwehrkräfte dahingehend inzwischen gestärkt. Die Hauptsache für unser bevorstehendes Wochenende bleibt: Den Kindern geht es prima, keiner verletzt sich oder ist unglücklich. Wie gut, dass ich mich mit dem Opa seit fast 40 Jahren bestens ergänze. Er ist der Coole“ und sieht alles gelassener.

Meine Vorbereitungen erfreuen unseren hiesigen kleinen Einkaufsladen: Ich besorge Quetschies, Hefte, Obst, Vollkornkekse, Windeln und so weiter. Und natürlich sind zufällig ein paar neue Spielsachen da, um im Fall der Fälle den Großen ablenken zu können …


Den Spruch, das Beste an Enkeln sei, dass man sie wieder abgeben kann, konnte ich nie verstehen. Früher.


Völlig erledigt aber überglücklich: Oma Corinna im Enkel-Einsatz

Und siehe da: Es lief einfach bestens. Wir wohnen fußläufig zum Ostseestrand und haben die Kinder mit viel frischer Luft müde für die Nächte bekommen. Mein Gott, war ich stolz, als ich der Tochter ganz souverän simste: 19:18 – beide schlafen! Der Preis war der frühe Vogel am nächsten Tag, doch zum Glück bin ich Frühaufsteherin. Wir haben viel erzählt, gebastelt, gebaut, gespielt  ein ganzes Wochenende lang ohne Mama und Papa. Und sogar Geheimnisse gehütet! Als es zum Beispiel auch für die kleine Schwester einen Schokopudding gab, entschied der große Bruder: „Da ist Zucker drin! Erzählen wir Mama nicht.“ So etwas verbindet.

Aber was hat Tom nach den ganzen tollen Aktivitäten und Spielen am allerbesten gefallen? Dass man bei Oma und Opa im Bett morgens Fernsehen sehen darf. Das hat er zumindest als allererstes seinen Eltern erzählt, als er abgeholt wurde. Die kleine verräterische Ratte … (Dabei war meine große Sorge, er petzt, dass seine kleine Schwester beim gemeinsamen Baden ausgerutscht und unter Wasser getaucht ist. So unterschiedlich sind eben die Prioriäten und Sorgen von Großeltern und Enkeln.)

Wenn Freunde früher geunkt haben, das Beste an Enkeln sei, dass man sie wieder abgeben kann, konnte ich das nie verstehen. Heute gebe ich ehrlich zu: Das Abgeben nach einem ganzen Wochenende fiel tatsächlich leicht – und wir haben erst einmal tief durchgeatmet. Und dennoch: Ich freue mich schon riesig, dass beide in 14 Tagen wieder zwei Nächte und Tage bei uns sind.“


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