Spielzeugkauf: Worauf zu achten ist, damit Enkel sicher spielen

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Buntes Spielzeug gibt es in Hülle und Fülle. Aber welches ist wirklich sicher? Foto: shutterstock.com/Billion Photos

Welche Risiken gibt es beim Thema Spielzeug? Vor welchen Gefahren sollten Sie Ihre Enkel schützen? In diesem Gastbeitrag berichtet Marco Hümmer von der SIMM Spielwaren GmbH über die Chancen und Risiken bei Spielzeugsicherheit und -kauf.


Für Kinder ist Spielen der Hauptberuf.


Spielen ist der Motor schlechthin für die Persönlichkeitsentwicklung eines Kindes. Wie, wie lange und was gespielt wird – genau hier knüpft später das Sammeln schulischer und beruflicher Fähigkeiten an. Für Kinder ist Spielen keine Nebensache: Es ist deren Hauptberuf.

Und was braucht man zum Arbeiten? Werkzeug natürlich. Und genauso wie jeder Arbeitstätige funktionierendes Werkzeug benötigt, brauchen Kinder Spielzeug, das taugt und sicher ist. Ihr Hauptberuf sollte sie schließlich bereichern und nicht gefährden.

Schutz vor chemischen Risiken

Die Zeiten sind längst vorbei, in denen Spielzeug ausschließlich aus Holz, Blech oder Metall hergestellt worden ist. Zeitgemäße Spielsachen, die heute zu einem vertretbaren Preis im Ladenregal stehen, werden zum Großteil aus Kunststoff gefertigt. Hierbei kommen die verschiedensten Kunststoffarten zum Einsatz: einige davon sind harmlos, andere schadstoffbelastet. Was müssen Sie also bei Plastikspielzeug beachten?

Achten Sie auf Kunststoffsorte und Zusatzstoffe! Besonders weiches oder aufblasbares Spielzeug wie Bälle oder Wasserspielzeug werden aus mit Weichmachern (Phthalaten) versetztem PVC (Polyvinylchlorid) angefertigt. Diese sind notwendig, um das Material überhaupt formbar zu machen.

Augen auf bei Weichmachern!

Leider setzen sich Weichmacher schrittweise wieder frei. So finden sich losgelöste Weichmacher im Hausstaub oder Abwasser wieder. Einige schaden auch Hormonsystem, Leber, Nieren und können für Ihre Enkel gefährlich sein. Demzufolge gibt es gesetzliche Grenzwerte, die in der REACH-Verordnung geregelt sind, die marktfähige Spielsachen unbedingt einhalten müssen.


Finger weg von billigem Spielzeug aus weichem Plastik!


7 Tipps zur Vermeidung chemischer Risiken

  1. Achten Sie auf die Info „PVC-frei“! Hierbei besteht jedoch keine herstellerseitige Kennzeichnungspflicht! Unser Tipp: Ganz egal, ob vor dem Kauf im Laden oder online: Fragen Sie nach der Kunststoffart und entscheiden Sie dann. Falls Ihr gewünschtes Produkt dennoch aus PVC besteht und dies nicht zu vermeiden ist, beachten Sie bitte den Hinweis „Phthalat-frei“.
  2. Gehen Sie auf Nummer Sicher: Spielzeug aus ABS (Acrylnitril-Butadien-Styrol-Copolymer), PE (Polyethylen) und PP (Polypropylen) ist in den meisten Fällen schadstofffrei und unbedenklich. Auch ABS-Kunststoff enthält geringe Mengen an Weichmachern. Diese sind aber für Kinder in Ordnung. ABS Kunststoff ist der wohl weit verbreitetste Kunststoff bei Konsumgütern. Und das aus gutem Grund: Er ist schlag-, kratz- und abriebfest – optimal für Kinderspielzeug, das jeden Tag hoher Belastung ausgesetzt ist.
    Gut Lachen bei Spielzeug, das sicher ist und dem Enkel taugt. So soll’s auch sein!
    Copyright: LENA® Spielzeug
  3. Finger weg von erschwinglichen No-Name-Spielsachen aus weichem Plastik! Bei billigem Spielzeug kann man davon ausgehen, dass keine ausreichenden Prüfungen auf Schadstoffe durchgeführt wurden. Prüfkosten spiegeln sich nämlich stets im Kaufpreis eines Spielzeugs nieder. Doch wie erfahren Sie über bedenkliche Produkte oder gar Produktrückrufe? Wie können Sie Ihre Enkel schützen? Online-Sein bedeutet hierbei mehr wissen.
  4. Online-Datenbank „Gefährliche Produkte in Deutschland“
    Die Online-Datenbank „Gefährliche Produkte in Deutschland“ der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin, kurz „BAuA“, liefert Ihnen wertvolle Informationen.
    Hier informieren Sie sich über Rückrufe, Warnmeldungen und Untersagungen von Einzelprodukten, profitieren von aktuellen Hinweisen und gehen somit sicher. Ihre Kleinen werden es Ihnen danken!
  5. RAPEX-Datenbank: Rapid Exchange of Information System
    Für Endverbraucher ebenso interessant ist RAPEX, ein Schnellwarnsystem der Europäischen Union für den schnellen europaweiten Informationsaustausch zu bedenklichen Konsumprodukten. Immer freitags publiziert die Europäische Kommission eine Übersicht gefährlicher Produkte, gemeldet von ihren Mitgliedsstaaten. Verbraucher können sich hier gezielt und wöchentlich aktuell, über Risikoprodukte informieren. Auch gut: Hier können Sie sich in einen Newsletter eintragen, der Sie allwöchentlich mit den neusten RAPEX-Infos versorgt – sogar personalisiert und auf Sie zugeschnitten!
  6. Augen auf beim Kauf von gebrauchtem Spielzeug! Puppen oder Figuren vergangener Tage aus weichem Plastik können heikle Weichmacher enthalten, die längst auf dem Index stehen könnten. Nostalgie gehört in die Sammelvitrine, aber tunlichst nicht in die Hände von Kindern!
  7. Trauen Sie Ihrem Geruchssinn! Giftige Werkstoffe oder Farben erkennt man recht schnell: Sie riechen unangenehm, häufig streng. Fährt Ihnen im Laden oder nach Öffnen Ihres Internetpakets ein schlechter Geruch in die Nase – Finger weg! Ihr Geruchssinn ist dabei der beste Kompass.

Unser Experte:

Dieser Text ist ein Gastbeitrag von Marco Hümmer, Online Marketing Manager SIMM Spielwaren GmbH. Nach Stationen im B2B Marketing verantwortet er derzeit den Online- & ECommerce-Auftritt des Spielwarenherstellers. Am liebsten bloggt er derzeit über die Themen Familie, Kind und, natürlich, Spielzeug.

Das Familienunternehmen SIMM Spielwaren GmbH setzt seit ca. 50 Jahren Maßstäbe in der Herstellung von qualitativ hochwertigen Kunststoff- und Kreativartikeln sowie von Autorennbahnen und Blechspielzeug. Produkte der Marken LENA® , LENA®Tin Toys  und DARDA® MOTOR fördern die Kreativität von Kindern weltweit – sicher, durchdacht und spielerisch. Auf www.lena-spielzeug.de finden Sie umfangreiche Informationen.

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