Vorlesen gehört zu den schönsten Momenten, die Großeltern mit ihren Enkeln teilen können. Gemeinsam in Geschichten einzutauchen, zu lachen, zu staunen und Erinnerungen zu schaffen – das sind Augenblicke, die bleiben. Doch wenn die kleinen Enkelchen friedlich schlafen oder die größeren selbst in ihren Lieblingsbüchern versunken sind, ist auch für Oma und Opa die Zeit gekommen, sich eine eigene Geschichte zu gönnen.
In dieser regelmäßig aktualisierten Liste finden Sie die schönsten Buchempfehlungen unserer Redaktion – spannende Krimis, bewegende Romane und inspirierende Lebensgeschichten, die berühren, unterhalten und lange nachklingen.
„Tote trinken keinen Riesling“ von Lilly Hess
„Schuld an allem war der kaputte Würstchenwärmer.“ Mit diesem Satz beginnt der erste Roman einer neuen Cozy-Crime-Reihe von Lilly Hess. Cozy Crime, das ist ein Krimi-Genre, bei dem nicht blutige Gewalt oder düstere Spannung im Mittelpunkt stehen, sondern eine behagliche Atmosphäre, raffinierte Rätsel und charmante Figuren.
Und die kommen hier gleich im Dreierpack: Die Rentnerinnen Olga und Monique wollten eigentlich nur ihrer Freundin, der Reiseleiterin Rosi, bei einer ihrer Senioren-Bustouren durch die deutsche Weinstraße Gesellschaft leisten. Doch als ein kaputter Würstchenwärmer den straff getakteten Zeitplan durcheinanderbringt, stolpert die Gruppe bei einer Pinkelpause im Pfälzer Wald über die Leiche einer Winzerin.
Mit einer beeindruckenden Selbstverständlichkeit bilden Olga, Monique und Rosi umgehend ein Ermittlerinnen-Trio, das sich mit so viel sympathischer Dreistigkeit auf die Suche nach einem vermeintlichen Mörder macht, dass einem beim Lesen unvermittelt die Frage in den Kopf kommt: Ist ungebrochene Neugier vielleicht die geheime Superkraft des Alters? Können ein scharfer Verstand, ein langer Atem und ein offenes Ohr für die kleinen Geheimnisse der Nachbarschaft am Ende mehr bewirken als die beste Polizeiausbildung?
Ein herrlich amüsanter Kriminalroman, der mit viel Witz und Charme eine Welt kreiert, in der die besten Ermittlerinnen nicht im Kommissariat sitzen – sondern mit einem Glas Riesling in der Hand auf den besten Plätzen im Senioren-Reisebus. Schönes Detail: Die Geschichte des defekten Würstchenwärmers entspringt nicht der Fantasie der Autorin, sondern beruht auf einer wahren Begebenheit, die ihrer Schwiegermutter – ihres Zeichens selbst Reiseleiterin – exakt so passiert ist. (Abgesehen von der Leiche im Wald, versteht sich.)
„Tote trinken keinen Riesling“ ist im Heyne Verlag erschienen und zum Beispiel hier erhältlich.*
Teil 2 der Reihe, „Ein Mord zum Croissant“, erscheint am 30. Oktober und kann bereits vorbestellt werden.*
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„Großeltern sind einfach großartig“ von Silke Schröckert

„Ohne Oma und Opa geht es nicht.“ In diesem Satz steckt mehr als nur ein liebevolles Dankeschön – er erzählt von der unverzichtbaren Rolle, die Großeltern in unserer Gesellschaft spielen. Denn was viele unterschätzen: Die heutige Generation der Großeltern hält im Kleinen wie im Großen unglaublich viel zusammen.
Sie schenken ihren Enkelkindern Zeit, Geborgenheit und bedingungslose Liebe, entlasten Familien im Alltag und bewahren einen Schatz an Erfahrungen und Wissen, der von Generation zu Generation weitergegeben wird. Welchen unschätzbaren Wert Großeltern für Familien, Wirtschaft und Gesellschaft haben – und was wir von ihnen lernen können –, zeigt Enkelkind.de-Gründerin Silke Schröckert in ihrem Buch.
„Großeltern sind einfach großartig“ ist im Verlag Junior Medien erschienen und kann zum Beispiel hier bei Amazon bestellt* werden.
„Summer of Mexican Mystery“ von Nina Bilinszki

Nicht nur das Format dieses Buches ist ungewöhnlich, sondern auch seine Lesart: Die Kapitel im Inneren sind nicht chronologisch angeordnet. Um herauszufinden, auf welcher Seite es weitergeht, muss am Ende jedes Kapitels ein Rätsel gelöst werden. Mal gilt es, einen Zahlencode zu ermitteln, mal muss ein Schlüssel in einem Wimmelbild entdeckt werden, mal wartet ein kleines Kreuzworträtsel. Wer nicht direkt auf die Lösung kommt, kann sich weiter hinten einen Tipp geben lassen.
„Escape-Room-Geschichte“ nennt der Verlag dieses unterhaltsame Format, bei dem vor lauter Rätselspaß die eigentliche Story fast ein wenig in den Hintergrund tritt: Die 28-jährige Aurora flieht nach El Caracol an der mexikanischen Westküste, den Ort ihrer glücklichen Kindheit, um eine schmerzhafte Trennung zu verarbeiten. Doch das idyllische Dorf birgt ein dunkles Geheimnis: Als sie den verschlossenen Rafael kennenlernt, dessen Freundin vor einem Jahr spurlos verschwand, gerät Aurora in ein Netz aus unerwarteten Gefühlen, Gefahren – und Rätseln!
Auch wenn die eigentliche Story sich eher an junge Erwachsene richtet, sorgen genau diese Rätsel dafür, dass „Summer of Mexican Mystery“ auch Großeltern jede Menge Lese- und Ratespaß bietet. Unsere Vermutung: Clevere Enkelkinder helfen sicher liebend gern beim Knobeln mit, wenn sie Oma beim Lesen über die Schulter schauen …
„Summer of Mexican Mystery“ ist im Pattloch Verlag erschienen und kann zum Beispiel hier direkt bei Amazon bestellt* werden.
Beitragsfoto: Miljan Zivkovic/shutterstock.com

